Hilfe meine Nase ist außer Kontrolle!

Bevor dass ich nach Korea kam, haben Johannes und ich einige Erklärungen über die Sitten und Gepflogenheiten dieses Landes bekommen. So hat man uns informiert, dass das Nasenputzen in der Öffentlichkeit nicht zum guten Ton gehört, das „hochziehen“ sei hingegen besser akzeptiert.

Obwohl ich nicht sehr sportlich bin, tendiert leider meine Nase dazu sich oft durchsetzen zu wollen und sich sogar am Marathon laufen versucht. Sie läuft wenn der Raum zu kalt ist, sie läuft wenn er zu staubig ist, sie läuft wenn die Bäume draußen Ihr Pollen verschütten, sie läuft wenn ich niesen muss, sie läuft wenn das Essen zu heiß ist, sie läuft wenn das Essen zu scharf ist… Wenn es so weiter geht könnte ich sie vielleicht Forrest nennen!

Vor ein Paar Tagen wurden wir von Freunde in einem ganz hübschen Restaurant zum Abendessen eingeladen. Im Sommer ist das Wetter in Seoul sehr warm so wird überall die Klimaanlage auf kuschelige 17°C eingestellt. Als wir also im Restaurant ankamen hatte ich das große Los gezogen und durfte direkt unter der Lüftung sitzen. Da fing das Drama an. Ganz langsam merkte ich wie meine Nase wach wurde. Da versuchte ich ganz tapfer zu bleiben, und es ging eine Weile gut so.

In diesem Restaurant war Dukgalbi die Spezialität. Da wird am Tisch Hühnchen mit Gemüse und zum Beispiel auch Rice-cakes mit scharfer rote Chili Paste in einer Pfanne gebraten. Ich wusste schon von einem vorherigen Versuch, dass dieses Gericht besonders scharf sein kann. Als die Pfanne gebracht wurde lag schon eine große Menge der Chili Paste oben drauf. Schwups, schnell haben wir mehr als die Hälfte entfernt und so konnte los gekocht werden. (Auf dem Bild ist das noch ungekochte Dakgalbi zu sehen. Da könnt Ihr auch sehen, dass eine große Menge der Sauce in der Schale rechts gelandet ist 🙂 ).

Mmh dieser tolle Duft beim Braten! Nach weniger als 10 Minuten durften wir mit dem Essen loslegen. Das war wirklich so lecker… Und immer noch so scharf, das jetzt meine Nase Ihrem freien lauf nahm. Neeeein!!

Zum Glück steht hier auf dem Tisch immer eine Box Servietten. Die nennen ich mittlerweile schon „one-time Tissue“, denn sie sind hauchdünn und nach einem Mal Mund-abputzen muss man schon die nächste Serviette benutzen. Da könnt Ihr euch vorstellen, was passieren kann wenn man sie als Taschentuch verwenden will. Na ja, da ich gerade nichts anderes unter der Hand hatte versuchte ich ganz diskret meine Nase leicht damit abzutupfen. Das wurde aber immer schlimmer!

Ok, immer ruhig bleiben. Was nun? Die Toilette! Ja, dann entschuldigte ich mich und ging so schnell wie möglich zum Stillesörtchen. Dort angekommen ging die Tür einfach nicht auf! Nein! Nach zwei Versuche habe ich ein leises Klopfen von Innen gehört. Ups, da war besetzt und meine Nase ließ mir keine Ruhe. Ok, ruhig bleiben. Plan B: nochmal in meiner Handtasche schauen: Hurra! Das letzte schön eingepackte Tempo Taschentuch lag noch ganz unten in die Tasche: das war die Rettung!

Nun konnte ich zum Tisch zum leckeren scharfen Essen zurück. Zum Glück hielt sich danach das Chaos in einem akzeptabel Rahmen.

Zu doof dass ich danach keine Tempos mehr hatte 🙂

Dakgalbi-vor dem Kochen

Dak Galbi, super lecker aber nichts für sensible Nasen

PS. für diejenigen die Scharfe Gerichte mögen, könnt Ihr mehr zum Dak Gal-bi (Spicy Stirred-Fried Chicken – 닭갈비) hier erfahren: http://www.trifood.com/dakgalbi.asp

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6 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. O-Lee
    Jul 07, 2012 @ 05:41:16

    Hallo Steffi,
    Ein sehr guter Blogeintrag, mach weiter!

    Antwort

  2. Jeannette
    Jul 07, 2012 @ 08:57:38

    Hihi, bei deiner Beschreibung seh ich die tropfende Nase direkt vor mir!

    Antwort

  3. Elisabeth
    Jul 14, 2012 @ 22:36:12

    ich hau mich ab!!! :))))) ich liebe die Stelle mit Forrest! und lache jedesmal Tränen!

    Antwort

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