Seoul und die Unterwelt

Korea hat wenig Platz. Mehr als 70% der Fläche Koreas ist gebirgig und auch in Seoul ist es nicht flach. Tja, was macht man, wenn etwa 23 Millionen Menschen, also fast die Hälfte der Süd-Koreanische Einwohner in Seoul und Umgebung leben? Die Antwort ist einfach: man baut in die Höhe und….. auch in die Tiefe!

In Seoul ist eine ganze Stadt unter der Stadt versteckt. Unscheinbare Eingänge führen zu den verrücktesten Orten. Eine kleine Tür in einem Gebäude führt zu einer Bar, einem Restaurant, einem Klamotten-laden, zwei Klamotten -läden, einen Supermarkt, ein Museum, zwei Museum oder sogar einen kleinen oder auch großen unterirdischen Shopping Center!
Bei den extremen Temperaturen und Platzmangel ist dies gar nicht mal so schlecht. Wobei ich hoffe, dass es hier niemals einen Erdbeben geben. Da würde wahrscheinlich die ganze Stadt drei Etage oder mehr nach unten versinken.

Underground Shopping Center - Super Groß und hier Ausnahmsweise ziemlich ruhig

Underground Shopping Center – Super Groß und hier Ausnahmsweise ziemlich ruhig

Als ich letztes Mal bei Myeong-Dong war und heimgehen wollte hatte ich zwei Möglichkeiten. Entweder konnte ich die nächste U-Bahn Station finden, von dort circa 40 Minuten fahren, und danach Berg hoch nach Hause. Oder sofort circa 1 km zu Fuß bis zum nächsten Bus, 15 Minuten fahren und dann den Berg runtergehen…

Ich entschied mich für die U-Bahn, da die Myeong-Dong U-Bahn Station gerade in der Nähe war. Wie so oft in den U-Bahn Stationen gab es dort auch eine so genannte „Underground shopping center“. Tja, ich hatte nichts anderes zu tun und dachte mir: „Okay, ich gehe einmal den mittleren Weg runter, biege links oder rechts ab und komme dann zurück.“ Meistens funktioniert so was! Ich machte mich auf dem weg, schaute links (ganz gefährlich wegen Klamotten-läden…), schaute rechts (ahhhhhhhhhhhhh: Schuläden! Noch gefährlicher weil billig und ganz schnell anprobierbar), blieb aber auf dem mittleren Weg bis zum ende der Galerie. Am Ende angekommen (Hura, bis jetzt noch nichts gekauft), ging ich wie gedacht einmal links (oder vielleicht auch nach rechts), wollte da auch bis zum Ende und wieder links um zurückzukommen. Komischerweise, schien mir hier der riesige Raum viel Breiter als beim Eingang…

Irgendwann habe ich gar nichts mehr verstanden und habe nur noch nach der U-Bahn Station gesucht. Blöd nur das die Schilder U-Bahn Myeong-Dong die ich nehmen musste nicht mehr anzeigten… Oh man… zum Glück gab es circa alle 200 Meter Toiletten (muss nicht unbedingt alle besuchen aber für mich immer öfter überlebensnotwendig!)

Okay dann weiter… Irgendwann traf ich zum Glück zwei „Touristen Helfer“. Das sind ganz nette, in rot gekleidete Leute mit Cow-Boy Hut, die englisch sprechen und immer die armen Touris (die ich ja nicht bin), helfen. Da fragte ich wo ich jetzt nun mal sei. Die Dame antwortete: In Seoul City Hall!! Das sind 2 U-Bahn Stationen weiter als wo ich reingegangen bin! Circa 1 Kilometer weiter weg! Unterirdisch!

Oh je, Glück im Chaos: mein Bus fuhr dort, in der Außenwelt, ab und so fand ich den Weg nach draußen und Richtung heim!

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3 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. O-Lee
    Aug 16, 2012 @ 05:39:08

    Wow! Das ist ja unvorstellbar! 1Km…

    Antwort

  2. Elisabeth Svabek
    Aug 18, 2012 @ 09:29:54

    Cool! In Wien gabs das auch, Da konnte man in bis zu drei Stockwerks-Tiefe unter dem ganzen ersten Bezirk durchlaufen. Aber das war noch vor der Erfindung der Einkaufszentren! 🙂

    Antwort

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