Schneeball von Rothenburg ob der Tauber

Schneeball1Vor circa 6 Jahren stand ich mitten in Rotenburg ob der Tauber vor eine Bäckerei. In die Vitrine war ein Fernseher der die Herstellung der einheimischer Spezialität zeigte: die Rothenburger Schneebälle. Natürlich kaufte ich eins um es zu probieren.

Jetzt werde ich Euch bestimmt überraschen: die Neueste Kulinarische Nascherei in Seoul: die Rothenburger Schneebälle in allen Variationen! Und als Service für die Käufer, wird das gekaufte Schneeball noch vor Ort in die Plastiktüte kaputt gehackt. Tja, ist ja sonst nicht so einfach diese Kugel klein zu kriegen!

Wer das importiert hat weiß ich nicht. Ich frage mich aber, ob die Rothenburger wissen, wie weit dieses Gebäck gekommen ist!

Advertisements

Alles gute zu Seollal

Das erste Mal das ich es sah, dachte ich schon: die Koreaner übertreiben.
Mir schien es schon lange so, dass hier die Verpackung manchmal wichtiger ist als der Inhalt. Vieles wird doppelt und dreifach verpackt. Am besten Bunt, mit Schleife und dann noch in einer Schicken Tragetasche gesteckt. Na gut. – als ich also sah, dass nun Äpfel, Thunfisch, Öl, Shampoo und weitere Lebensmittel in großen goldenen Kisten verpackt waren dachte ich nun mal, es sei übertrieben… Bis ich den Praktischen Hintergrund verstand. Hier wird an den Festen kein unnötiges Zeug geschenkt, dass keiner braucht. Nein, eine große Packung Shampoo oder vier Liter Olivenöl tun es auch. Damit das ganze feierlich aussieht wird es nun schön verpackt.

Am 10. Februar war es soweit: Seollal, das Mond Neujahr war endlich da. Einige Tagen zuvor standen die Geschenke in den Läden bereit. Am Freitag war der Überdimensionalen Verkehrschaos: denn viele fuhren außerhalb Seoul zu ihre Familien.

Mehr

Seoul – Dongdaemun 2

Stoff und Wolle kaufen – Teil 2

An einem anderen Tag entschied ich mich und eine Freundin ganz spontan nach Wolle zu suchen. Da gingen wir natürlich wieder zum Dongdaemun Markt.

Im Untergeschoss einer der vielen Gebäude wurden wir fündig. Hier sind die viele Stände, einer nach der andere mit Wolle vollgepackt. Der Unterschied zur Stoffabteilung: hier stehen die Verkäufer/Verkäuferinnen, unterhalten sich laut und fröhlich mit dem Nachbarstand, schauen nach den Kunden und stricken während dessen ununterbrochen! Mir viel schnell auf, dass in einige dieser kleinen Stände, mehrere Leute saßen und strickten. Warum auch nicht.

Auf einmal fiel mir einen sehr hübschen rosa Schall mit Mütze ins Auge. Da musste ich einfach mein bestes koreanisch ausrücken:
„Olmayeyo?“ (Wie viel kostet das?)
„Pisayo!“ (zu teuer!) sagt die Verkäuferin.

Eine Verkäuferin die zu teuer sagt? Tja. Da, da suchte sie der Taschenrechner aus (habe ich schon erwähnt, dass ein Taschenrechner eine Supersache ist, wenn man Zahlen nicht aussprechen/verstehen kann), und tippte: 105.000 Won ein. Das sind circa 75 Euro.

Okay gut. So schnell ließ ich mich nicht entmutigen. Mit Hände und Füßen gab ich zu verstehen, dass sie mir doch bitte den Preis der dazu passende Wolle geben sollte. Der war eher in meinem Budget und so dachte ich, das kann ich ja selber machen. Nur fehlte noch eines: diesen Muster kannte ich nicht.

Halleluja, mein Handy war da: wie sagt man „Erklärung“ auf Koreanisch, fragte ich dem Lexikon nach. So zeigte ich diese Übersetzung der Verkäuferin. Sie war davon wenig beeindruckt, packte meine frisch gekaufte Wolle aus und fing an zu stricken!

Genau, so läuft das hier: Learning by doing. Nun stand ich fast 40 Minuten bei der Dame (sie ließ mich nicht weggehen solange ich es nicht richtig verstanden hatte), meine Freundin filmte das ganze (damit ich auch zu hause noch nachschauen konnte), und ich lernte wie diesen Muster zu stricken war.

Unglaublich aber war: ich habe es sogar geschafft. Nach circa 4 Tage war der Schall fertig!
(Die Mütze ohne Erklärung schon eine andere Kategorie… vielleicht gehe ich wieder hin und frag mal nach!)

Seoul – Dongdaemun

Stoff und Wolle kaufen – Teil 1

Hatte ich schon erwähnt, dass das Konzept der Konkurrenz je nach Länder unterschiedlich ausgelebt wird. Einen deutschen oder französischen Ladenbesitzer wird es meistens vermeiden direkt neben einen Mitbewerber seinen Geschäft zu öffnen.

In Korea schaut die Situation ganz anders aus. Hier werden nicht nur ähnliche Läden in der selben Straßen eröffnet, nein, hier werden sogar ganze Straßen mit ähnliche Läden befüllt.
So gibt es zum Beispiel die „Wedding Street“, in der man nur Hochzeitskleidung findet, die „Baker street“, der Bäckerparadis, das E-Market, wo die ganzen Elektrogeräte verkauft werden und und und….

Der Gedanke der dahintersteckt ist folgender: wenn alle Läden, die eine vergleichbare Ware verkaufen am selben Ort sind ist es: A/ Einfacher zu finden, B/ Müssen die Verkäufer die niedrigsten Preise anbieten sonst geht ja der Kunde direkt beim Nachbar.

Vor kurzem haben Freundinnen und ich der Stoff- und Wollparadies entdeckt und zwar im Viertel Dongdaemun! In circa 26 riesige Gebäude sind hier nicht nur Kleidung sondern auch Stoff, Wolle und alles was dazugehört zu kaufen.

Wer das noch nicht gesehen hat kann es sich gar nicht vorstellen. Hunderte von Stände quetschen sich in den Gebäuden. Stoff oder Wolle soweit das Auge reicht!! Meistens ist es schon schwierig sich in den Gängen zu bewegen. Wenn ja, dann kommt einem vielleicht noch einen Lieferanten entgegen, der seine Ware in RIESIGEN Paketen auf dem Rücken trägt (anders würde es wahrscheinlich nicht funktionieren, weil es so eng ist. Aber in Deutschland würde so etwas absolut unmöglich sein). Und wenn man sich bewegen kann ist es auch nur die halbe Miete: man muss auch noch seinen Weg finden, denn es ist einen richtigen Labyrinth auf mehrere Etagen.

So wollte ich also Stoff für meinem Esstisch kaufen. Wer sich nicht ausdrücken kann, trickst so gut er kann: ich hatte also meinem Tisch und seine Ausmaße ganz brav auf einen Zettel schon gezeichnet. Als ich den gewünschten Stoff entdeckt hatte, bezahlte ich und warte ganze erwartungsvoll dass die Verkäuferin mir das Päckchen überreicht. Aber nein. Sie griff Ihr Handy, rief jemand an, halte das Paket immer noch festgeklammert.
Tja, seitdem ich in Seoul bin, bin ich da ganz locker geworden (wenn man auch nichts sagen kann…) nun gut, wenn sie es mir nicht jetzt gibt dann vielleicht in einige Minuten.

Auf einmal kam eine andere Dame. Das Paket tauschte den Besitzer… euh, wie Bitte ich war doch der neue Besitzer! In meine Hände war das Stoff noch nicht!!
Und die neue Dame lief davon. Wie bitte?
Die Verkäuferin schaut mich noch an, so nach dem Motto: „Was machst Du denn noch da?„ Zeigt auf der andere Dame und dann ging es „Blablalblabla blup, Bali bali“
„Bali bali!“ Das habe ich verstanden: es heißt „schnell schnell“. Nun gut, ich um meine Freundinnen rennen der Dame hinterher. Eine Etage hoch, drei Etage runter, Links, Rechts, Kopf runter wegen überdimensionales Paket, Gerade aus und sonst noch wie. Und da setzte sich die Dame an einem Nähtisch!

Okay alles mit der Ruhe. Das war die Schneiderin. Nachdem ich mein Bild wieder zeigte, legte sie los und… nach weniger als 4 Minuten war die Tischdecke fertig!

Was soll ich dazu sagen. Unaufgefordert, wurde die Decke genäht. Um den Preis und diese Geschwindigkeit war ich trotzdem froh. Seien wir uns ehrlich: ich kann ja gar nicht nähen. Beim Versuch wäre ich bestimmt zwei Tage damit beschäftigt gewesen!

Mehr dazu: http://www.lifeinkorea.com/Travel2/15