Mungyeong Traditional Chasabal Festival

Der erste Mai war nicht ganz offizieller Feiertag doch hatte Johannes frei. So nutzten wir diese Gelegenheit um aus Seoul rauszukommen. So gingen wir mit Freunde zu einem Teeschalen (Chasabal) Festival , der auf dem Set einer Fernsehserie innerhalb des Mungyeongsaejae-Parks  stattgefunden hat (152 km östlich von Seoul)

Die Lage war einfach ein Traum. Im 15. Jahrhundert lag dort der Hauptweg, der von dieser Gegend nach dem heutigen Seoul führte. So mussten alle Gelehrte, die zur staatlichen Prüfung nach Seoul gehen mussten, diesen Weg nehmen.Das nachgebaute Mittelalterliches Dorf bringt einem wirklich in die Vergangenheit. In jedem Haus war ein Künstler/Töpfer der seine Teeschalen und weiteres Teezubehör schön vorführte.

Als großer Tee Fan, bin ich natürlich auch ganz begeistert von der passenden Keramik. Hier gab es eine unglaubliche Auswahl von sehr schönen Stücken. Ich hätte am liebsten den ganzen Tag ganz viel gekauft, hab mich wirklich zurückhalten müssen! Na ja, bin nicht mit leeren Händen weggekommen und bin total happy!

Der Tag war sehr schön und die Hanoks (traditionelle  Häuser) hatten alle Fenster und Türen für die Besucher aufgemacht. So war die Stimmung ganz angenehm und als es anfing zu regnen ließen wir uns mehrmals Tee servieren. Die ganz netten Damen saßen, sehr hübsch und Stolz in Ihre Hanboks (Tracht), auf dem Boden, hinter niedrige Tische.  Mit fast einem Jahr Übung schaffe ich es jetzt auch länger im Schneidersitz zu bleiben! Es war warm, der Tee schmeckte und hinter uns regnete es leicht…

Ganz schöne Stimmung. Ich war total im meinem Element! Es war nur so schade, dass hier fast keiner Englisch sprach.

Bibimbap bei Hyundai

Nun sitz ich da im Untergeschoß des „Hyundai department store“ (falls ihr kein Restaurant findet, ist das Untergeschoß der großen Einkaufshäuser eine gute Alternative. Diese ganze Etage ist voll mit Schnellimbisse und viele tolle Sachen zu essen).
Ich sagte also, „Nun sitz ich da im Untergeschoß des „Hyundai department store“. In eine Hand das Handy, in der andere ein Löffel. Mir kommt schon der Schweiß auf die Stirn. Mir wird warm und meine Nase denkt wieder mal sie müsse den Forrest nachmachen. Die ideale Lösung zu diesem Problem habe ich noch nicht gefunden, die Nase macht eh nur was sie will. So kämpfe ich zwischen die Europäische Art (mit Taschentuch) und die Koreanische (ohne)…
Um genauer zu sein bin ich dabei einen sehr guten und scharfen Bibimpa zu essen. An dem großen Tisch bin ich die einzige Ausländerin. Aber ich denke, ich fall kaum auf. Nämlich bin ich genau wie alle andere am Tisch: extrem damit beschäftigt mit dem Handy zu spielen (und zwar diesen Text zu schreiben). Ach ja, die moderne Gesellschaft!

Bibimbap bei Hyundai

Bibimbap bei Hyundai

Bibimbap ist Reis (bap) gemischt mit allem möglichen Gemüse, Fleisch oder Fisch und was nicht fehlen darf: die Chili Sauce. Das alles wird in einer Tonschale serviert die zuvor direkt auf dem Herd erhitzt wurde. Wenn es also richtig gemacht wurde zischt sogar der noch kochende Reis während des Essens! Kurz nach dem Servieren muss man selbst das ganze zusammen mischen. Sieht nun weniger schick aus, schmeckt trotzdem lecker. Anders als andere Gerichte  ist es super für diejenigen die nicht die Kunst des Mi-den-stäbchen-essen beherrschen: man muss es mit dem Löffel genießen!
Nun bin ich mit dem Essen fertig. Vom Kimchi ist noch etwas übrig: der ist mir doch zu scharf. Die Putzfrau steht schon in unmittelbarer Nähe, mit den Lappen in der Hand, einsatzbereit, wartet nur dass ich aufstehe! Ich glaub ich gehe jetzt mal!

Schneeball von Rothenburg ob der Tauber

Schneeball1Vor circa 6 Jahren stand ich mitten in Rotenburg ob der Tauber vor eine Bäckerei. In die Vitrine war ein Fernseher der die Herstellung der einheimischer Spezialität zeigte: die Rothenburger Schneebälle. Natürlich kaufte ich eins um es zu probieren.

Jetzt werde ich Euch bestimmt überraschen: die Neueste Kulinarische Nascherei in Seoul: die Rothenburger Schneebälle in allen Variationen! Und als Service für die Käufer, wird das gekaufte Schneeball noch vor Ort in die Plastiktüte kaputt gehackt. Tja, ist ja sonst nicht so einfach diese Kugel klein zu kriegen!

Wer das importiert hat weiß ich nicht. Ich frage mich aber, ob die Rothenburger wissen, wie weit dieses Gebäck gekommen ist!

Alles gute zu Seollal

Das erste Mal das ich es sah, dachte ich schon: die Koreaner übertreiben.
Mir schien es schon lange so, dass hier die Verpackung manchmal wichtiger ist als der Inhalt. Vieles wird doppelt und dreifach verpackt. Am besten Bunt, mit Schleife und dann noch in einer Schicken Tragetasche gesteckt. Na gut. – als ich also sah, dass nun Äpfel, Thunfisch, Öl, Shampoo und weitere Lebensmittel in großen goldenen Kisten verpackt waren dachte ich nun mal, es sei übertrieben… Bis ich den Praktischen Hintergrund verstand. Hier wird an den Festen kein unnötiges Zeug geschenkt, dass keiner braucht. Nein, eine große Packung Shampoo oder vier Liter Olivenöl tun es auch. Damit das ganze feierlich aussieht wird es nun schön verpackt.

Am 10. Februar war es soweit: Seollal, das Mond Neujahr war endlich da. Einige Tagen zuvor standen die Geschenke in den Läden bereit. Am Freitag war der Überdimensionalen Verkehrschaos: denn viele fuhren außerhalb Seoul zu ihre Familien.

Mehr

Home delivery

Liefer Service

In Seoul braucht man kaum ein Auto. Die öffentliche Verkehrsmittel sind sehr gut so, dass man überall hinkommt. Wer einen großen Einkauf plant, kein Problem, die Ware kann nach Hause geliefert werden. Und wer zu faul ist zum Abendessen etwas zu kochen oder rauszugehen, lässt sich das Essen kostengünstig heim liefern… alles schön und gut, wenn man koreanisch kann.

Zwar schaffe ich es jetzt etwas im Restaurant auf koreanisch zu bestellen. Doch die Adresse zu geben ist etwas anderes. Die Adresse zu lesen ist nicht das Problem, aber … meine Aussprache ist noch nicht so perfekt. Was mache ich wenn die Person am andere Ende der Telefonleitung eine Frage hat, oder ich den Weg erklären sollte? – Hier gibt es keine oder sehr selten Straßen Namen. Wer seine Adresse erklären will, muss dann der nächste Laden oder Hotel oder sonst noch einen Anhaltspunkt mitteilen… Tja, da muss ich noch trainieren!

Vor einige Tagen kam eine koreanische Freundin zu Besuch nach Hause. Da musste ich einfach die Gelegenheit ausnutzen! Sie bestellte für uns drei und nach weniger als eine halbe Stunde war das warme Essen schon da! Alles schön eingepackt in richtigem Geschirr. Ist ja nämlich viel umweltfreundlicher. Und dass alles für kaum mehr als 10 € (für 3 Personen). Nach dem Essen stellten wir das leere Geschirr nach draußen, wie es hier so üblich ist. Der Lieferant sollte nach circa einer Stunde das Geschirr abholen…

Am nächsten Morgen stand es leider immer nicht vor der Tür! Und nun?!?

Okay Stef, sagte ich mir, kein Problem, dass wirst Du auch ohne Freundin meistern können.
So schrieb ich mir ganz genau alles was ich eventuell zu sagen hätte auf einem Blattpapier und rief an: 794-4205. Da tat sich nichts… okay die zweite Nummer: 794-4201. Genau den selben Ton.
Moment… Könnte es sein, dass es hier, genau wie in Deutschland eine lokale Vorwahl gibt?

Ich schaue im Internet. (was würde ich ohne Internet hier machen!) Genau so ist es!
Also nochmal mit 02 wählen.

Der Ton hat sich geändert. Nun höre ich eine Nachricht. Ist bestimmt die Warteschleife, dachte ich… nach dem 10. Versuch ist es mir doch seltsam vorgekommen.
So musste ich doch die Freundin anrufen und sie um Hilfe bitten.

Nach weniger als 10 Minuten rief sie mich zurück. Ja, die Nachricht sagte, dass es heute Ruhetag sei, bitte rufen sie morgen wieder an!

Mist. Was sollte ich nun mit dem Geschirr. Okay, wieder reinbringen und am nächsten Tag rausstellen.

Nach diesem zweiten Versuch hat es auch geklappt! Leider nicht ganz selbstständig.
Und ich traue mich immer noch nicht alleine zu bestellen!

Sokcho Fish Market

Der Fischmarkt von Sokcho

Wer Insel sagt, denkt bestimmt ans Meer. Da Korea eine Halbinsel ist, ist tatsächlich auch viel Wasser drumherum!
Und wer Meer und Wasser sagt, denkt möglicherweise ans schwimmen… oder an die Fische.

Von was ich bis jetzt mitbekommen habe, wir hier nicht so gerne geschwommen ABER die Koreaner essen sehr gerne Fisch. Ich glaube, die Franzosen auch… nur werden die Fische meistens anders verkauft und anders zubereitet.

Damit die Fische sehr frisch auf dem Tisch kommen, sieht man durch die Straßen von Seoul viele Restaurants mit Aquariums beim Eingang. Da kann der Gast einfach den Fisch seiner Wahl aussuchen und bekommt den dann kurz danach serviert.

Als Johannes und ich am Wochenende bei Sokcho, eine Hafenstadt an der Ostküste, waren haben wir dort den Fischmarkt besucht. Das war wirklich ein Erlebnis:
So große Krabben (ohne Witz, wenn die mit ihren Schere/Klammer jemand angreifen tut es bestimmt mega weh) , so große Muscheln, so viele Fische habe ich noch nie gesehen. Und die waren alle noch lebendig… nein nicht ganz. Da gab es auch noch solche seltsame Girlanden. Und nein, es waren noch nicht die Weihnachtsdeko sondern getrockneter Fisch, der auf fast schon hübscher-weise zusammengebunden wird. Oder noch Eimer-volle mini Fische die ihren salzigen Duft durch die Gänge verbreiten.

Und hier gilt auch: Fisch aussuchen, bezahlen; Tisch aussuchen, sitzen und da kommt er schon serviert, der ausgesuchte Fisch! In Suppe, gegrillt aber am meisten roh. Na ja, frischer geht es wohl nicht so wird es schon ganz okay sein. Leider hatten Johannes und ich schon kurz davor gegessen und kein Hunger mehr!

Bulgogi

Bulgogi with Sesam leaves

Bulgogi mit Sesamblätter

Das „Feuerfleisch“ ist auf Feuer gebraten und ist, nicht sehr scharf. Das ist hier schon fast unüblich. Beim Bulgogi handelt sich um ganz dünne Scheiben Rindfleisch, die in einer süßlichen Marinade eingelegt wurden. Dieses Fleisch wird dann in einer Pfanne über Feuer (oder für die moderne Variante über eine Elektroherdplatte) direkt am Tisch gekocht.

Da ein Teil der Marinade, Fleisch, Gemüse, Pilze und auch dünne Glasnudel zusammen gekocht werden, sieht es ein wenig aus wie eine Fleischfondue mit mehr oder weniger Brühe.

Es gibt unterschiedliche Varianten. In diese hier wird das Fleisch nicht mit Sauce wie in Frankreich gegessen. Sondern folgendermaßen: In der rechten Hand hält man seine Stäbchen, in der Linken ein Sesam- oder Salatblatt. Mit den Stäbchen wird ein Stück Fleisch, und vielleicht noch Gemüse oder scharfe Sauce ganz delikat auf dem Blatt gegeben. Jetzt wird es tricky… Das Blatt samt Füllung wird irgendwie zugerollt und so im Mund geschoben. (sieht nicht so sexy aus).

Da ich nicht so begabt bin, (und die Brühe nun mal sehr heiß und flüssig ist) muss ich jedes mal kämpfen um ein wenig anständig auszusehen. Nein, ich schaffe es nicht, wenn mir die Brühe den Händen bis zur Ellbogen runter fließt, oder wenn ich zu viel auf dem Blatt gepackt habe und ich die ganze Sache zweihändig im Mund schieben muss. Und da bin ich fast noch zufrieden: blöder wird es wenn das alles noch auf dem Schoß kommt.

Trotz allem. Bulgogi mit Sesamblätter ist sooo lecker!!
Sesamblätter sind sooooo lecker, Sooooooo schade, dass ich es in Europa noch nie gegessen hatte.-
Überhaupt ist Bulgogi einer meiner Favoriten!

Für mehr Details könnt Ihr gerne noch auf dem Wiki schauen: http://de.wikipedia.org/wiki/Bulgogi
Oder noch hier : http://www.trifood.com/bulgogi.asp

Vorherige ältere Einträge