Mungyeong Traditional Chasabal Festival

Der erste Mai war nicht ganz offizieller Feiertag doch hatte Johannes frei. So nutzten wir diese Gelegenheit um aus Seoul rauszukommen. So gingen wir mit Freunde zu einem Teeschalen (Chasabal) Festival , der auf dem Set einer Fernsehserie innerhalb des Mungyeongsaejae-Parks  stattgefunden hat (152 km östlich von Seoul)

Die Lage war einfach ein Traum. Im 15. Jahrhundert lag dort der Hauptweg, der von dieser Gegend nach dem heutigen Seoul führte. So mussten alle Gelehrte, die zur staatlichen Prüfung nach Seoul gehen mussten, diesen Weg nehmen.Das nachgebaute Mittelalterliches Dorf bringt einem wirklich in die Vergangenheit. In jedem Haus war ein Künstler/Töpfer der seine Teeschalen und weiteres Teezubehör schön vorführte.

Als großer Tee Fan, bin ich natürlich auch ganz begeistert von der passenden Keramik. Hier gab es eine unglaubliche Auswahl von sehr schönen Stücken. Ich hätte am liebsten den ganzen Tag ganz viel gekauft, hab mich wirklich zurückhalten müssen! Na ja, bin nicht mit leeren Händen weggekommen und bin total happy!

Der Tag war sehr schön und die Hanoks (traditionelle  Häuser) hatten alle Fenster und Türen für die Besucher aufgemacht. So war die Stimmung ganz angenehm und als es anfing zu regnen ließen wir uns mehrmals Tee servieren. Die ganz netten Damen saßen, sehr hübsch und Stolz in Ihre Hanboks (Tracht), auf dem Boden, hinter niedrige Tische.  Mit fast einem Jahr Übung schaffe ich es jetzt auch länger im Schneidersitz zu bleiben! Es war warm, der Tee schmeckte und hinter uns regnete es leicht…

Ganz schöne Stimmung. Ich war total im meinem Element! Es war nur so schade, dass hier fast keiner Englisch sprach.

Cherry blossom in Seoul – Kirschblüten in Seoul

Anfang des Frühlings ist Kirschblüte Zeit in Korea. Wer gedacht hat, dass diese schöne Bäume nur in Japan zu sehen sind, irrt sich…aber nur teilweise. Denn die Bäume mit den wunderschönen Blüten wurden tatsächlich von den Japanern während der Besatzungszeit in Korea eingeführt. Die Japaner wollten sich nämlich ein wenig wie daheim fühlen. Die Beobachtung der schönen Bäume im Frühling wurde nach der Abreise der Japaner nicht ganz eingestellt. Doch wurden viele Bäume abgeschafft: es erinnerte zu sehr an den Feinden, die manchmal die Kirschblütenbäume an gezielte Stellen gepflanzt hatten, und zwar heilige Plätze (also, wenn ich es richtig verstanden habe, wollten sie die Koreaner dadurch doch ein wenig ärgern). http://en.wikipedia.org/wiki/Cherry_blossom#South_Korea
Was ich auch interessant fand: diese Kirschbäume machen gar keine Früchte, sondern nur schöne Blüten.
Letzte Woche bin ich mit einer Freundin zum Frühlingsblumenfest auf die Insel Yeouido (한강 여의도 봄꽃축제) hinter der Nationalversammlung gegangen. Dort gibt es einen wunderschönen lange Kirschblüten weg… der voll mit Touristen ist. Dort wachsen angeblich zwischen 1400-1600 Kirschbäume. http://german.visitkorea.or.kr/ger/SI/SI_GE_3_2_5.jsp?cid=702941

Aber sieht die Bilder selbst

(und Nein, ich habe weder zugenommen, noch habe ich ein Babybauch, und schwanger bin ich auch nicht 🙂 Das eine Bild sieht nur so aus und ich hatte es nicht gemerkt. Ist aber lustig : nun fühle ich mich noch mehr wie ein Superstar: aufgrund eines Bildes gehen Baby Gerüchte einmal durch die Welt! Ganz Süß

Vinari

Manche würden bestimmt sagen es ist zu laut und sie würden dadurch nur taub werden. Was soll ich sagen, möglicherweise sind meine Ohren nicht sehr delikat, denn ich finde die koreanische Trommel einfach toll. Ja es kann laut werden aber das finde ich gerade so schön, wenn mehrere Künstler perfekt synchron spielen können und der ganze Raum vibriert! Da kriege ich richtig Gänsehaut!

So entschied ich mich mit Johannes und meiner Cousine vor kurz mal wieder einen Non-Verbale Show (ohne Text, kann also ein Konzert oder ein Theater Stück wo sehr wenig gesprochen wird) zu besuchen. Ich entschied mich für Vinari, eine moderne Show mit viel trommeln.

Nach fast ein Jahr in Korea hatte ich sogar den Mut die Karten telefonisch zu bestellen. Das Telefonat dauerte zwar ein wenig länger als geplant (nach 10-mal Stefanie auf Englisch  buchstabieren, wusste ich selber die englischen Buchstaben nicht mehr und geriet total durcheinander… ich bin nicht sicher, ob die Dame diese Buchstaben selber so genau wusste).

Aber es klappte doch! Und das schönste: als ich zum Schalter kam, um meine Karten abzuholen, war es in etwa so:

Stefanie: Hallo, ich möchte meine Karten für Vinari abholen.
Dame am Schalter: Oh! Sie sind Stefanie!
Stefanie: ….. euh, ja!
(ich wusste nicht, dass ich schon so berühmt hier bin)

Vinari, eine coole Trommel Show

Vinari, eine coole Trommel Show

 Die Show war ganz toll. Das Publikum durfte viel mitklatschen und mitmachen. Die Händen taten irgendwann mal sogar weh, aber egal die Stimmung war schön! Es war sehr lustig und die kleine Gruppe an Musikanten und Sänger sehr beeindruckend. Ich bin immer erstaunt, was sie alles so bringen, mit so vieler Energie. Das Schönste war auch, dass es eine sehr interessante Kombination zwischen Modern und Traditionell war.  Die Show war einfach zu schnell vorbei.

Wie so oft hier, durften wir zum Schluss sogar Bilder mit den Künstlern machen.

Vinari, fotos mit Künstler

Vinari, fotos mit Künstler

Danach (als ich kurz meine Nase pudern ging) kam eine Person auf meine Cousine zu: „Sind sie Stefanie?“. ..
Sie schenkte uns eine Ermäßigung für einen Restaurant: sehr cool so berühmt zu sein!

Alles gute zu Seollal

Das erste Mal das ich es sah, dachte ich schon: die Koreaner übertreiben.
Mir schien es schon lange so, dass hier die Verpackung manchmal wichtiger ist als der Inhalt. Vieles wird doppelt und dreifach verpackt. Am besten Bunt, mit Schleife und dann noch in einer Schicken Tragetasche gesteckt. Na gut. – als ich also sah, dass nun Äpfel, Thunfisch, Öl, Shampoo und weitere Lebensmittel in großen goldenen Kisten verpackt waren dachte ich nun mal, es sei übertrieben… Bis ich den Praktischen Hintergrund verstand. Hier wird an den Festen kein unnötiges Zeug geschenkt, dass keiner braucht. Nein, eine große Packung Shampoo oder vier Liter Olivenöl tun es auch. Damit das ganze feierlich aussieht wird es nun schön verpackt.

Am 10. Februar war es soweit: Seollal, das Mond Neujahr war endlich da. Einige Tagen zuvor standen die Geschenke in den Läden bereit. Am Freitag war der Überdimensionalen Verkehrschaos: denn viele fuhren außerhalb Seoul zu ihre Familien.

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Hanji Expo in Seoul History Museum

Wer hätte das gedacht. Papier kann viel stabiler und vielseitiger sein, als die meisten von uns – in Frankreich oder auch Deutschland – nur so denken. Und das ist in Korea schon lange bekannt.

So wurde schon seit dem 4. Jahrhundert Hanji benutzt um Fenster oder Boden zu bedecken.
Hanji bedeutet ganz einfach „koreanisches Papier“. Es wird aus der Borke des Maulbeerbaums produziert. Es ist besonders stabil und kann sich sehr gut formen lassen.

So wird es hier für Kunstobjekte verwendet, wie Bilder, aber auch Gegenstände, wie Lampen, Möbelstücke. Kurz gesagt, ich finde es unglaublich, was man alles mit Hanji machen kann.

Diejenigen die mich kennen, wissen wie gerne ich bastle. So konnte ich es mir in Korea nicht entgehen lassen, diese wunderbare Kunst auszuprobieren. Vor 1,5 Monate habe ich mich also bei einem Hanji Kurs vom SIWA Club – Seoul International Woman Association – angemeldet. Und schon nach kürzester Zeit teilte uns die Lehrerin mit, dass wir zum 50. Jubiläum von SIWA an einer Ausstellung teilnehmen werden.

Tja so war es, dass die Hanji Werke unseres Kurses, einschließlich meines im Seoul History Museum ausgestellt wurde.

Die Ausstellung war ein Erfolg und es ist wirklich ganz schmeichelhaft, seine Arbeit in einen so besonderen Ort zeigen zu dürfen.

Als Anfängerin habe ich einen viereckigen Tablett mit 4 kleine Teller gemacht (und leider noch nicht die schwarze Lampe). Dieser Kurs und das Hanji haben mich so begeistert, dass ich natürlich weiter mache: nun ist wirklich eine Lampe dran!

Wer noch mehr wissen möchte habe ich hier eine deutsche Seite über Hanji gefunden:
http://www.hanji.de/index.html
Und hier habe ich sogar eine Dame gefunden, die Hanji kurse anbietet (allerdings in Berlin, ist aber immer noch näher als Seoul) http://www.100hanji.de/hanji

Der Hase im Mond

Oh oh Heute Abend ist Halloween und dazu noch Vollmond! Bin mal gespannt ob Kinder an meiner Tür klingeln werden um nach Süßigkeiten zu fragen… aber eigentlich ist das eher ein Keltisches Fest aus Irland! Tja da werde ich mal heute sehen was passiert… Ups ich habe keine Bonbons für die Kinder!

Was ich eigentlich heute so erzählen wollte betrifft nicht Halloween sondern der Vollmond und eine schöne Legende dazu, die ich letzten Monat in Japan entdeckte: der Hase im Mond!

Wie oft habe ich schon den Vollmond betrachtet und dort ein lächelndes Gesicht gesehen und kaum etwas anderes. Aber als ich in Japan war, hörte ich, dass dort ein Hase sein würde, der gerade Reis in einem Morser für Reiskekse stampft. Nach nicht so langer Beobachtung entdeckte ich ihn auch!! Das ist so cool, jetzt sehe ich nur noch den Hase.

Der Hase stampft ganz fleißig!

Die Legende gibt es nicht nur in Japan sondern auch in Korea und China (und sogar Latein Amerika). Dort sind die Geschichten, die erzählen, wie der Hase überhaupt dort kam leicht unterschiedlich. In Japan gibt es zum Beispiel nur einen Hase, in Korea zwei (warum weiß ich nicht). Hier ist eine Variante der Legende:

Eine Buddhistischen Legende lautet wie folgt:

„Vor einer langen Zeit lebten ein Affe, ein Fuchs und ein Hase in einem fernen Land. Die drei waren durch eine tiefe Freundschaft miteinander verbunden. Eines Tages entschlossen die drei, die Nacht in einem Wald gemeinsam zu verbringen und entfachten daher ein Lagerfeuer. An diesem Abend kam ein alter und erschöpfter Wanderer des Weges, der sie bat, ihm etwas zu Essen zu geben, denn er selbst war schon zu schwach dafür.
 
Sogleich rannte der Affe in den Wald und sammelte Nüsse, die er dem Mann gab. Der Fuchs fand Fisch, Reiskuchen und Getränke, die als Opfergaben auf einem Friedhof lagen. Nur der arme Hase konnte nichts finden, also sprang er in das Feuer, um sich selbst zu opfern. Der Wanderer war jedoch kein gewöhnlicher alter Mann, […] der Herr des Himmels, der an diesem Abend testen wollte, ob die Tiere, die auf der Erde leben, Barmherzigkeit kennen.
 
Von der Tat des Hasen war er so gerührt, sodass er den Körper des Hasen wiederherstellte und ihn zum Himmel hinaufstiegen ließ, um ihn in seinem Tempel zu begraben. Der Rauch, der bei der Opferung des Hasen erzeugt wurde, stieg dagegen bis zum Mond. Deswegen sieht man den Mondhasen auf der Mondoberfläche, damit die Menschen für immer an seine selbstlose Tat erinnert werden.“ (Diese Geschichte habe ich unter http://jpgames.de/2012/09/culture-slot-der-hase-im-mond-tsuki-no-usagi/ und auch http://de.wikipedia.org/wiki/Tsuki_no_Usagi gefunden)

Heute sollte in Europa auch Vollmond sein. Könnt Ihr auch den Hasen sehen 🙂

Und wer immer noch nicht überzeugt ist, hier ist ein weiteres Bild

Ich sagte doch, es gibt ihn!

Weitere Seiten darüber:
http://blog.korea.net/?p=13278
http://hollowtreetales.wordpress.com/2009/11/12/thursday-myths-legends-101-the-jade-rabbit/

Hahoe Village – Andong

Das historische Dorf Hahoe, das seit 2010 auf die UNESCO-Liste des Welterbes ist, liegt in Pungcheon-myeon in Andong in der Provinz Gyeongsangbuk-do. Es ist ein wunderschönes kleines Dorf mit traditionelle koreanische Häuser.

Sehr besonders bei Hahoe ist, dass es sich um einen Sippendorf handelt „[…] deren Bildung vom koreanischen Neo-Konfuzianismus, vom Ständesystem mit der aristokratischen Yangban-Klasse und von der koreanischen geomantischen Lehre „Pungsu“ (Feng Shui) beeinflusst wurde.“ siehe https://www.koreana.or.kr:444/months/news_view.asp?b_idx=1086&lang=ge&page_type=list

Vor circa 600 Jahren kam der adelige Ruy-Clan aus Pungsan in Andong und ließ sich an der Stelle wo Hahoe jetzt liegt nieder. Bemerkenswert ist, dass heutzutage fast mehr als die Hälfte der Dorfbewohner immer noch vom Ruy-Clan stammen.

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